Ein Interview macht sicherer, nicht klüger.
Kurz kommentiert
Kausel, Culbertson und Madrid legten Personalverantwortlichen in einer Versuchsreihe zusätzlich zu Testergebnissen ein unstrukturiertes Interview vor. Die zusätzliche Information erhöhte die Sicherheit der Entscheider deutlich. Die Vorhersagequalität verbesserte sich dadurch nicht – in Teilen der Untersuchung verschlechterte sie sich sogar, weil valide Testdaten vom Intervieweindruck überlagert wurden.
Woher kommt das Gefühl, jemanden verstanden zu haben?
Ein Gespräch hinterlässt ein Bild, eine Zahl auf einem Testbogen hinterlässt eine Zahl. Das Bild wirkt vollständiger. Ich kenne den Moment nach einem guten Gespräch, in dem ein Urteil schon feststeht, bevor der Test überhaupt ausgewertet ist.
Wie oft halte ich ein gutes Gefühl für ein gutes Urteil?
Quelle:
Kausel, Culbertson & Madrid (2016), Organizational Behavior and Human Decision Processes: „Overconfidence in Personnel Selection: When and why unstructured interview information can hurt hiring decisions“


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