Die Simulation ersetzt nicht das Urteil
Kurz kommentiert
Heidrick & Struggles hat diese Woche „Heidrick Immersive“ vorgestellt – eine KI-gestützte Plattform, die Führungskräfte in realitätsnahen Entscheidungssituationen beobachtet. Ziel ist es, sichtbar zu machen, wie Menschen unter Unsicherheit denken, entscheiden und handeln. Ein spannender Fortschritt. Dennoch bleibt eine Frage.
Sind diejenigen, die in einer solchen Simulation nicht zu den Besten gehören, deshalb ungeeignet für Führungsaufgaben?
Ich wäre mit einem solchen Schluss vorsichtig.
Auch die beste Diagnostik misst nur einen Ausschnitt der Realität: das Verhalten in einer definierten Situation. Führungserfolg entsteht jedoch ebenso durch Erfahrung, Kontext, Werte, Lernfähigkeit und die Passung zu einer konkreten Organisation. Je ausgefeilter unsere Auswahlinstrumente werden, desto größer wird die Versuchung, ihre Ergebnisse mit der Wirklichkeit gleichzusetzen.
Das wäre ein Irrtum. Und noch etwas wird häufig übersehen: Diagnostik bewertet nur diejenigen, die bereits im Auswahlprozess sind. Sie beantwortet nicht die entscheidende Frage, wer dort überhaupt fehlt.
Die Qualität einer Besetzung entscheidet sich an zwei Stellen: zuerst bei der Suche, dann bei der Auswahl.


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